1 Jahr agil: Eine persönliche Retrospektive

Seit gut einem Jahr beschäftige ich mich intensiv mit agiler Software-Entwicklung – vor allem Scrum, worin ich seit Januar auch zertifiziert bin. Ab November steht mir eine neue Herausforderung bevor. Grund für eine persönliche Retrospektive:

Welche Erfahrungen nehme ich aus den letzten Monaten mit?

Teil 1: Der Prozess

Agile Methoden stoßen nicht immer bei allen am Prozess der Software-Entwicklung Beteiligten auf Gegenliebe. Gründe können die bloße Angst vor Veränderung, unterschiedliche Auffassungen von agilen Projekten und auch berechtigte Kritik am neuen Vorgehen sein.

Gemeinsam den richtigen Prozess bestimmen

Wenn neue Arbeitsprozesse etabliert werden sollen, ist es da hilfreich die neuen Arbeitsprozessen gemeinsam – in Scrum-Begriffen also mit Entwicklern, Stakeholdern, Customern und natürlich Product Owner sowie Scrum Master – zu entwickeln:

  • Welche Hoffnungen und Ziele verbinden die Beteiligten mit agiler Entwicklung?
  • Welche aktuellen Probleme sollen behoben werden?
  • Was funktioniert schon jetzt gut und könnte verstärkt werden?
  • Wie umfangreich und komplex sind die anstehende Aufgaben und Projekte?

Aus den gemeinsam gefundenen Antworten können zusammen Anforderungen an den Entwicklungsprozess erarbeitet werden.
Vielleicht stellt sich dann heraus, dass Scrum oder Kanban eingesetzt werden sollten, vielleicht ist eine andere agile oder sogar klassische Methode sinnvoll.

Revolution oder Evolution

Je nach Unternehmenskultur können die Ergebnisse der Gespräche zu einer großen Transition führen. In der Regel wird es wohl viele kleine Changes geben. Dann bietet sich ein Transition-Backlog an, das die vielen kleinen angestrebten Veränderungen beinhaltet.

Aktzeptanz durch Mitbestimmung

Die Effektivität und Aktzeptanz der Veränderungen wird aber auf jeden Fall größer sein, wenn alle Beteiligten in die Definition des Veränderungsprozess involviert sind.

Transparenz zur Konfliktvermeidung

Ist ein neuer Entwicklungsprozess bestimmt, dann muss er für alle transparent gemacht werden. Missverständnisse bezüglich der Aufgaben, Rollen und Hintergründe der Zusammenarbeit werden andernfalls zu Reibungsverlusten führen.

Und das ist erst der Anfang

Der vereinbarte Prozess soll jetzt natürlich eingehalten werden. Bis sich herausstellt, dass er sich verbessern lässt.
Anpassungen sind durchaus gewollt, müssen aber wiederum gemeinsam verabschiedet, kommuniziert und dokumentiert werden.

Darum wird es sich dann in Teil 2 dieser kleinen Reihen drehen.

2 Gedanken zu „1 Jahr agil: Eine persönliche Retrospektive

  1. Hallo Isabelle, schön geschrieben. Freut mich, dass du so viel Erfolg und Erfahrungen auf deiner agilen Reise machen konntest. Viel Erfolg weiterhin. Boris

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